Sachverständiger für Brand- und Explosionsursachenermittlung - Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz

Tätigkeitsfelder

Kfz-Brände

Erschreckend ist jedoch auch eine andere Zahl: Fast 500 Autos zündeten Brandstifter 2009 in Deutschland an. Vor allem in Berlin und Hamburg brannte es. Doch es wird auch immer wieder versucht (Versicherungs-)Kapital aus einem etwaigen Schaden zu schlagen. Aus diesem Grund wird bei einem ungeklärten oder zweifelhaften Brand eines Pkw´s, Lkw´s oder einer Landmaschine die Brandursache ermittelt. Alle Details zum Brandgeschehen werden von der Polizei aufgenommen, rekonstruiert und ausgewertet. Außerdem werden Kfz-Sachverständige von den Versicherungen hinzugezogen. Selbst bei der vermeintlichen völligen Vernichtung aller Spuren, die zur Aufklärung von solchen Brandfällen dienen könnten, ist es dennoch meist möglich, den Brandhergang zu rekonstruieren und die Brandursache ausfindig zu machen. Heute können sich Brandermittler auf fundierte Analysen im Bereich Kfz-Brände stützen.









     Für die Beurteilung des Brandgeschehens sind alle Situationsspuren wesentlich, soweit sie sich durch besondere räumliche Lage und Zuordnung von Spuren oder Gegenständen zueinander und zur Umgebung darstellen, wobei sie Schlüsse auf die Art ihrer Entstehung zulassen und für die Rekonstruktion hilfreich sind (Beispiele: Brandschäden und -zehrungen, Verformungen, Schmelzerscheinungen, Anlauffarben, Legierungsbildung und Zerstörungsspuren).


Kfz enthalten jede Menge brennbarer Stoffe. Dazu gehören die Betriebsflüssigkeiten (Ottokraftstoff, Diesel-, Motor-, Getriebe- und Hydrauliköl), die sich teilweise relativ leicht z.B. durch einen Kurzschluss entflammen lassen. Die Analyse der sichergestellten Rückstände und nachträgliche Rekonstruktionen können helfen, die Brandursache zu ermitteln.


Anders als im Film bei „Cobra 11“ besteht bei den meisten Kfz-Bränden keine Explosionsgefahr. Insbesondere ist eine Explosion des Tanks durch Druck entlastende konstruktive Maßnahmen weitestgehend ausgeschlossen. Die oft von Betroffenen oder Zeugen geschilderten „Explosionsgeräusche“ sind in der Regel durch die thermischen Belastungen und damit verbundener Ausdehnung zerplatzende Pneu.
Allerdings können sich Kfz-Brände sehr schnell entwickeln, das kann z.B. bei falsch eingebauten Gasanlagen oder Lade- bzw. Betriebsgut (Flüssiggas-, Sauerstoff- oder Azetylenflaschen usw.) bis hin zur Durchzündung oder gar Behälterzeriss führen. Neben dem schnellen Abbrennen kann es nach dem ersten „Ablöschen“ z.B. durch versteckte heiße Metalloberflächen, oder Glutnester zu erneuten Rückzündungen kommen.


Die Fahrzeugelektrik ist an zweiter Stelle der Brandursachen zu nennen. Hier steck der Teufel oft im Detail. Bei modernen Kfz sind es oft elektrische Primärdefekte an Steuergeräten sowie Steck- bzw. Schraubverbindungen zwischen elektrischen Verbrauchern und Leitungssätzen
Alle acht Minuten brennt in Deutschland ein Auto, d.h. rund 40.000 Kfz-Brände im Jahr. Technisch bedingte Kfz-Brände haben in den letzten Jahren immer mehr zu genommen.

Publikationen


Weiterbildungsmodell für "Helfer der Brandursachenermittlung" bei der Freiwilligen Feuerwehr. In diesem Buch werden Möglichkeiten und Grenzen einer Einbeziehung der Freiwilligen Fe [mehr lesen]

978-3-639-10575-9