Sachverständiger für Brand- und Explosionsursachenermittlung - Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz

Tätigkeitsfelder

Wohnungsbrände (Deutschland)

Immer wieder muss der Sachverständige Frank D. Stolt im Auftrag von Gerichten, Staatsanwaltschaften, Kriminalpolizei und Versicherungen Brände in Wohnungen und Wohngebäuden mit dem Ziel, die Brandursache bzw. den Verursacher festzustellen, untersuchten.









     Bei Wohnungsbränden fallen im Anfangsstadium regelmäßig niedrigere Temperaturen mit hoher Rußbelastung an (so genannte Schwelbrandphase). Ruß lagert sich dabei von oben nach unten in den betroffenen Räumen ab. Je tiefer diese Rußablagerungen in einem Raum reichen, desto länger dauerte die Schwelbrandphase an. Bei der so genannten Rauchgasdurchzündung zum Vollbrand („flash over“) werden wesentlich höhere Temperaturen, die über 800º C liegen können, erreicht. In diesen Temperaturbereichen verbrennt Ruß. In einem Zimmer, dass als Brandherd lokalisiert scheint, lassen unterschiedliche Verfärbungen regelmäßig erkennen, wo Rußablagerungen verbrannt sind, nämlich an den helleren Stellen. Diese müssen sehr früh thermisch sehr stark belastet worden sein. Bei einer Betrachtung der Wände in diesem Bereich kann sich ein charakteristischer so genannter Brandtrichter, erkennbar als Abbrandbild (an brennbaren Wänden) oder als Aufhellung (an nicht brennbaren Wänden) darstellen. Diese häufig korrespondierenden Spuren – helle Deckenverfärbung und Brandtrichter an der Wand – weisen deutlich auf das Brandzentrum hin. Liegt in einem Raum eine gleichmäßige homogene Brandbelastung der Wände und der Decke vor, dürfte sich das Brandzentrum eher zentral im Raum befinden.


Der Fußboden wird vom Brandschutt nach dortiger Spurensuche auf Brandbeschleuniger, Aschenbecher, Kerzenständer, elektrische Geräte usw. geräumt. Auch am Fußboden finden sich meist mit den übrigen Feststellungen zur Brandbelastung korrespondierende Spuren, so dass das Brandausbruchsbereich noch sicherer zu bestimmen ist. An dem so ausfindig gemachten Brandausbruchsbereich beginnt die Suche nach der Brandursache. Meist wird nach dem so genannten Eliminationsverfahren vorgegangen. Alle denkbaren Brandursachen werden am lokalisierten Brandherd systematisch untersucht und beurteilt. Bei sukzessivem Ausschluss möglicher Ursachen bleibt im Idealfall eine Ursache als Ermittlungsergebnis übrig.


Jedoch hat sich das Bild des Brandes heute stark verändert. In vielen Fällen haben wir keine klassischen Schwel-, Glimmbrände oder Flammenbrände mehr, sondern wegen der vielfältig eingesetzten Kunststoffe gerade im Wohn- und Verwaltungsbau überwiegend sich durch den Brandrauch entwickelnde und ausbreitende Brände. Eine Bewertung von Rauch, Luft, Wärme und Flammen ist deshalb zu einem wichtigen Teil des „Ersten Angriffes“ und auch der darauf folgenden Brandermittlungen geworden. Dieses Wissen erlaubt dem Brandermittler, den Verlauf des Brandes zu bewerten und festzustellen, ob und welche Veränderungen im Brandverlauf Hinweise auf den Brandort bzw. die Brandentstehung geben können. Darüber hinaus ist so die Auswahl der effektivsten weiteren Vorgehensweise bei den Brandermittlungen möglich. Damit stehen heute aber auch viele der seit Jahrzehnten gebräuchlichen Vergehensweisen und Methoden bei der Brand- und Explosionsursachenermittlung auf dem Hintergrund veränderter Brandverläufe und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie sich verändernder straf- und zivilprozessualer Anforderungen auf dem Prüfstand.


Kennzeichnend ist das Auftreten von Holzselbstentzündungen in Saunaanlagen und in Einzelheizungsanlagen. Einige Fälle sind bekannt, bei denen sich die Fußböden in Baubuden unter ölbeheizten Werkstattöfen entzündeten. Auf Binnenschiffen brannten die Täfelungen von Kabinen, weil Abgasrohre dahinter verlegt waren. Diese waren zwar mustergültig isoliert, dennoch trat der Wärmestau im Deckenbereich mangels Abzugsmöglichkeiten auf. Das Gleiche gilt für Gebäude mit Holzbalkendecken, unter denen Rauchgaszüge verlegt wurden. Bekannt sind auch Brände, die durch auf Holz befestigte Leuchtstoffröhrenleuchten bzw. deren Drosselspulen ausgelöst wurden.

Publikationen


Vor der breiten Öffentlichkeit fast unbemerkt gehen immer wieder Bombendrohungen bei Polizei und Justizbehörden, öffentlichen Institutionen und Einrichtungen, Bahnen und Fluggesellschaf [mehr lesen]

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